Ulla Lauchauers Buch "Paradiesstraße" gibt es auch auf Litauisch unter dem Namen "Rojaus kelias" vom Baltos Lankos-Verlag. Es ist eine Biopgrafie einer Bitenerin (Lena Grioleit). Liest sich sehr flüssig und interessant, macht Spaß und man erfährt jede Menge über das Leben im 20.Jhd. im Memelland, den 2.WK und der "Tremtiniai" in Sibirien.
Das kann ich so voll bestätigen. Mein Eindruck dazu ist:
Als ich damit begann zu lesen, wollte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Aber die Zwangspausen nutzte ich, um über die einzelnen Lebensabschnitte nachzudenken.
Was mich sehr faszinierte war, dass Lena Grigolet trotz aller widrigen Lebensumstände und politischen Strömungen nie ihren Edelmut verloren hat.
Da sie sehr belesen war konnte sie ihre Kraft von Romanfiguren schöpfen. Und wir können aus ihrem Lebenswerk Kraft schöpfen. Sie war eine Heldin.
In dem Buch taucht verschlüsselt die philosophische Frage auf: „Was ist das wirkliche Leben“? Oder im Sinne von Tolstoi zu fragen: „Was braucht der Mensch wirklich zum Leben“? Der Vergleich zwischen Westen und Osten.
Was ich auch noch sehr interessant finde, ist der Aspekt der Identitätsfindung, der in dem Buch am Schluss besonders hervorgehoben wird. Erst kurz vor ihrem Tod - also nach der Unabhängigkeit Litauens - hatte sie zur eigentlichen nationalen (litauischen) Identität gefunden. Manchmal kann das eben ein ganzes Leben dauern.
Im Vergleich zu anderen Bücher, die sich mit dem Kapitel verlorenes Ostpreussen auseinandersetzen, finde ich es als eines der besten Bücher, weil darin ein persönliches Schicksal ohne Geschichtskittung beschrieben wird.