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Autor Thema: Publikation über die Eisenbahn im Litauen der Gegenwart  (Gelesen 2135 mal)
klaus81
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« am: 15. Dezember 2010, 09:23:03 »

Hallo,

ich bin gerade dabei eine deutschsprachige Publikation über das litauische Eisenbahnwesen zu verfassen. Allerdings ist dies ein sehr exotisches Thema, Geld kann man damit aufgrund der stark begrenzten Zielgruppe (leider) nicht verdienen. Um überhaupt eine Kleinstauflage herausbringen zu können, werden noch Interessenten gesucht. Der Text ist so geschrieben, dass er auch von "Nichtfachleuten" verstanden werden kann. Neben eisenbahnspezifischen Fachabschnitten (z.B. Vorstellung aller Lokomotiven und Triebwagen der heutigen Litauischen Staatsbahn) werden auch viele allgemeinere Themen (z.B. Verkehrspolitik, Vergleich der Verkehrsträger (Schiene, Straße, Wasser, Luft), zukünftige Projekte, etc.) aufgegriffen.

Falls Ihrerseits Interesse besteht, können Sie mit mir Kontakt aufnehmen. Meine E-Mail-Adresse ist "klaus81forum_web.de" ("_" durch den Klammeraffen ersetzen). Gerne bekommen Sie dann vollkommen unverbindlich weitere Informationen (z.B. Inhaltsverzeichnis, Leseprobe, usw.) zugemailt.

Schöne Grüße,
Klaus Mölter

« Letzte Änderung: 03. Januar 2012, 12:53:34 von klaus81 » Gespeichert
Jan
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Delpeda


« Antworten #1 am: 15. Dezember 2010, 10:24:55 »

In der Tat ein sicherlich exotisches Thema. Viel Erfolg!
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Das Bessere ist der Feind des Guten. (Voltaire)
apie mane: http://forum.litauen-info.de/index.php?topic=793.msg6942#msg6942
klaus81
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« Antworten #2 am: 03. Januar 2012, 12:52:03 »

Hallo,

ich habe mich entschlossen, nun doch diese Publikation heraus zu bringen. Lieferbar ist sie ab ca. Anfang Februar 2012. Bezug vorerst über mich (Taschenbuch+CD 29,50Euro inklusive Versand, Nicht-EU-Länder ggf. abweichend). Meine E-Mail-Adresse lautet: "klaus81forum_web.de" ("_" durch den Klammeraffen ersetzen).

 

Generell:

Diese Publikation beschäftigt sich vorrangig mit dem aktuellen Eisenbahnbetrieb in Litauen. Obwohl das Hauptaugenmerk auf die jüngste Zeit fällt (ca. Mitte 2000 bis 2011), werden nahezu alle Themengebiete bereits ab den 1990er Jahren betrachtet. Einleitende Sätze gehen teilweise sogar bis zum Ende der Sowjetzeit zurück. Vergleiche gegenüber Westeuropa als auch den baltischen Staaten, sowie politische  Hintergründe und umfassendes statistisches Material in Tabellenform, ergänzen die Ausführungen.
                  
      

Form:

Taschenbuch:
Format A5, 158 Innenseiten, vier farbige Innenseiten(eine Doppelseite Triebfahrzeugbestand der LG 2010, i.d.R. je Typ ein Foto(=22 Fotos) sowie zwei Seiten mit ausgesuchten Bildern der CD-ROM), zwei farbige Karten auf der Rückseite, sonst nur Text.
CD-ROM:
1.: PDF-Dokument (49 Seiten) mit 16 Karten* und zusätzlichen Informationen (u.a. Bildfahrplanerklärung, Fahrkarten, Zugbildungspläne der LG-Lok-Wagen-Personenzüge 2010, usw.).
* eine große Karte mit allen Bahnhöfen (inkl. Kilometrierung) und mehrere Themenkarten (Geschichte, Verkehr, usw.)
2.: Bildfahrpläne der letzten Jahre (PDF).
3.: Bilder (über 500 Stück, mehrheitlich ein Bild pro Datei) im jpg-Format, Beschriftung am unteren Rand. Aufteilung: 350 Loks/Züge, 60 Personenwagen, 25 Güterwagen, 20 Dienstfz., 45 Infrastruktur.



Inhalt Taschenbuch:

4       Fahrzeugtypenbilder
  
         1. Allgemein
6       Vorwort
7       1.1 Einführung
8       1.2 Daten Litauen
8       1.3 Geschichtliche Eckdaten
11      1.4 Aktuelle Lage (Infrastruktur, Steuerungs-/Sicherungstechnik)          (S.17-18   Tabellen 1.4.1 bis 1.4.6)
19      1.5 Eisenbahnrelevante Inhalte des Langzeitentwicklungsplans bis 2025

         2. Personenverkehr
20     2.1 Allgemein, Entwicklung        (S.23-29   Tabellen 2.1.1 bis 2.1.12)
29     2.2 Zugnummern und Zugarten
31     2.3 Entwicklung des nationalen Personenverkehrs
35     2.4 Nationale Fahrpreise und deren Einfluss auf die Entwicklung der Fahrgastzahlen
36     2.5 Vilnius-Klaipeda         (Überblick Bahnpostverkehr auf S.39)
40     2.6 Internationaler Verkehr (GUS)
42     2.7 Vilnius-Riga
43     2.8 Vilnius-Warschau

         3. Güterverkehr und Güterwagen
50     3.1 Güterverkehr         (S.61-66   Tabellen 3.1.3 bis 3.1.16)
66     3.2 Güterwagen

         4. Streckennetz und Sonstiges
67     4.1 Die litauischen Eisenbahnstrecken
79     4.2 Personenverkehr und Visumregelung in Bezug auf Russland, Weißrussland und Transit
86     4.3 Abbau der Gleise zwischen Mazeikiai und lettischer Grenze
89     4.4 Liberalisierung
97     4.5 RailBaltica

          5. Triebfahrzeuge
106     Allgemein
110     5.1 Personenzugloks
114     5.2 Allzweck- und Güterzugloks
124     5.3 Rangierloks
128     5.4 Dieseltriebwagen
136     5.5 Elektrotriebwagen
139     5.6 Dampfloks

140     6. Personenwagen

           7. Nummerierung der Fahrzeuge
148     7.1 nach der Unabhängigkeit bis 2005
150     7.2 ab 2006

153     8. Andere Eisenbahnen in Litauen und Schlusswort

159     Ausgesuchte Bilder (weitere Bilder auf der CD-ROM (ca. 500 Stück))



Zur Auflockerung folgen vier Bilder. Die Auflösung auf der CD-ROM beträgt 2000x1333 Pixel. Aus Gründen der Übersichtlichkeit habe ich die hier zu sehenden auf 800x533 Pixel verkleinert. Dementsprechend ist die Qualität der Bilder auf der CD-ROM deutlich besser. Falls Sie an den Bildern in der Auflösung 2000x1333 interessiert sind, schreiben Sie mir eine Mail. (Adresse folgt am Schluss.)














Fortsetzung im unten folgenden Beitrag.
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klaus81
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« Antworten #3 am: 03. Januar 2012, 12:52:39 »

Fortsetzung:

Textbeispiel einer Taschenbuchseite (S. 56) aus dem Bereich Güterverkehr:  Den Anfang macht das Ende des über drei Seiten langen Abschnitts "Internationaler Verkehr, Spezialfall Kaliningrad", dann wird kurz auf den Umfang des Transitverkehrs eingegangen, und schließlich folgt etwas aus dem Abschnitt "Nationale Betrachtung".

(...........). An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass sich diesbezüglicher Zwist mit Russland nicht nur auf Litauen beschränkt, sondern auch in den anderen beiden baltischen Staaten zu finden ist. Der größte baltische Ostseehafen, und seinerzeit größter Ölexporthafen der Sowjetunion, Ventspils in Lettland, wurde zwischenzeitlich von Russland boykotiert und die Hauptursache des auf Seite 60 erwähnten starken Einbruchs des estischen Güterverkehrs in den Jahren 2007 und 2008 liegt ebenfalls in einer politischen Streiterei begründet.    

Die aus russischer Sicht notwendige Einrichtung einer leistungsfähigen Fährverbindung zwischen Ust-Luga (bei St.Petersburg) und Baltiysk (Kaliningrader Bezirk) zur Sicherung der unabhängigen Versorgung Kaliningrads soll zumindest gemäß russischen Medienberichten möglichst schnell verwirklicht werden. Auch deshalb, da neben Litauen die Züge noch ein zweites Land -- zurzeit fast ausschließlich Weißrussland, alternativ wäre Lettland möglich -- durchqueren müssen, was eine weitere Abhängigkeit in sich birgt. Allerdings gibt es hierbei laut Experten mehrere Probleme. Günstiger würde die Versorgung schon alleine aufgrund des erhöhten Zeitaufwandes auf keinen Fall werden. Ebenso ist der ganzjährliche, reibungslose Ablauf wegen der dicken winterlichen Eisdecke vor St.Petersburg in größerem Maße gefährdet. Folglich handelt es sich bei den Meldungen zur Einrichtung eines solchen Fährverkehrs hauptsächlich um politische Machtspiele. Eine Ablösung des Bahntransits durch den Fährverkehr ist nicht realistisch. Dementsprechend wird sich an der Gesamtsituation auch in Zukunft nichts Grundlegendes verändern.


Alle Transitverkehre zusammen hatten bis 2003 einen Umfang von rund 50% der transportierten Güter. Wegen der angepassten Berechnungsmethode nach Vorlage der EU (siehe T 3.1.3, S.61) änderten sich die Zahlen ab 2004 auf rund 40%, wobei bis zum Jahr 2008 ein Rückgang auf 33% stattfand. Setzt man jedoch  die Berechnung so fort, wie sie vor 2004 statt fand, dann läge der Transitverkehr heute bei 50-60%.


Nationale Betrachtung
Seit seinem Einbruch in Folge der postsowjetischen Schließung vieler maroder und unrentabler Betriebe kann der nationale Verkehr ebenso ein Wachstum verzeichnen. Über das ganze Land sind Anschlussgleise verteilt, die nach Bedarf bedient werden. Hierzu verkehren auf nahezu allen Strecken Nahgüterzüge, die die Bedienung der dortigen Kunden, oder das Bereitstellen der Wagen für jene Kunden mit eigenen Triebfahrzeugen, übernehmen. Neben den Rangierloks der Baureihen TEM2, CME3-Typen und TEM-TMH kommen vor den Nahgüterzügen auch M62-Typen zum Einsatz. Den größten litauischen Industriezweig stellt die Ölverarbeitung dar, gefolgt von chemischer Industrie, Lebensmittelindustrie und Holzverarbeitung. Bezüglich der größten litauischen Eisenbahnkunden ist die mit Abstand an erster Stelle gelegene Ölraffinerie MAZEIKIAI NAFTA (vgl. Kapitel 4.3, ab S.86) zu nennen. Zahlen vom Ende der 2000er Jahre visualisieren dies eindrucksvoll. Alleine in dem Bereich des litauischen Schienenexportverkehrs hält die Raffinerie einen Anteil von über 65%. Dazu kommen noch knapp 20% des lokalen und rund 25% des Importverkehrs. Absolut gesehen generierte MAZEIKIA NAFTA beispielsweise 2009 ein Güteraufkommen von 8 Mio. t., was ungefähr einem Fünftel der Gesamtschienenfrachtmenge entspricht. (.................)


Falls Sie interessiert sind, können Sie mit mir per E-Mail "klaus81forum_web.de" ("_" durch den Klammeraffen ersetzen) Kontakt aufnehmen.

Viele Grüße,
Klaus Mölter
« Letzte Änderung: 03. Januar 2012, 12:58:21 von klaus81 » Gespeichert
martynas
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"Meridianas" auf der Dange, Klaipeda/Memel


« Antworten #4 am: 04. Januar 2012, 12:58:02 »

...toll, Klaus, was Du so alles zusammengetragen hast, ist aller Anerkennung wert !

Sicher war und ist es nicht einfach, sich Daten- und anderes Material über dieses spezielles Thema zu beschaffen.
Kannst Du uns mal schildern, wie Du an die Dinge gekommen bist und wie Du überhaupt dieses sehr spezielle Thema für Dich entdeckt hast ?
 
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Delpeda


« Antworten #5 am: 04. Januar 2012, 13:20:26 »

Würde mich auch interessieren. Ist ja nicht gerade so, als ob man in Litauen ständig irgendwelche Züge zu Gesicht bekäme. Zwinkernd

Iki und keep on rollin`,  Smiley

bzw.
"I'm the train they call The City of New Orleans,
I'll be gone five hundred miles when the day is done."

Zwinkernd
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apie mane: http://forum.litauen-info.de/index.php?topic=793.msg6942#msg6942
klaus81
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« Antworten #6 am: 05. Januar 2012, 19:15:15 »

Hallo,

zuerst einmal Danke euch Beiden für die Blumen.

Wie kommt man auf so ein Thema? Schon in frühester Kindheit habe ich mir den "Eisenbahnvirus" eingefangen, bin also diesbezüglich schwer vorbelastet. Vor ein paar Jahren kam dann Litauen aus persönlichen Gründen hinzu. Die fortan alljährlichen Litauenbesuche boten und bieten die Möglichkeit, sich näher mit der dortigen Eisenbahn zu beschäftigen. Da es zum deutschen Eisenbahnwesen doch diverse Unterschiede gibt - also für mich vieles neu war - wuchs mein Interesse stetig an. Der entscheidende Grund sich tiefer mit der Materie zu beschäftigen wurde mir dann gewissermaßen aufgezwungen. Nachdem ich keine Publikation - nicht einmal in litauischer Sprache - zur befriedigenden Stillung meines entstandenen Wissensdurstes auffinden konnte, blieb nur die eigenständige, zumeist internetbasierte Recherche übrig.  

Zuerst habe ich nur aus Neugier immer mal wieder "gegoogelt" und wurde zu diversen Themen fündig. Mit der Zeit häuften sich dann die Fundstücke. Oftmals ergaben die Einzelinfos anfangs keinen wirklichen Zusammenhang, aber nach und nach stieß ich dann auf weitere Fragmente, so dass sich letztendlich viele Einzelstück zu einem kompletten Themenbild fügten. Etliche meiner Fundstücke stammen von offiziellen Stellen. Neben der Technischen Universität Vilnius ist hierbei auch die Regierung von Litauen sowie natürlich die LG (Litauische Staatsbahn) zu nennen. Irgendwann hatte ich dann soviel interessantes Material (ich war selbst überrascht, was im Internet alles gefunden werden kann) zusammen, dass ich schließlich anfing, zu einzelnen Themen etwas niederzuschreiben.
Vor knapp drei Jahren bin ich dann auch an die LG  herangetreten. Bezüglich weiteren Informationen war dies nur bedingt hilfreich. Ich vermute jetzt mal, dass die oberen Mitarbeiter nicht unbedingt viel Zeit für "sowas" haben. Darüber hinaus hätten sicherlich die Anfragen auch ersteinmal zu den jeweiligen Abteilungen gelangen müssen, um überhaupt beantwortet werden zu können. Zuletzt bleibt immer noch das Problem von Betriebsgeheimnissen, also was darf überhaupt herausgegeben werden, und vor allem von welcher Person? Die LG hat mir aber in einem anderen Punkt sehr geholfen. Ich habe Fotografiergenehmigungen bekommen und auch verschiedene Depots konnte ich besuchen. Von den Depotmitarbeitern erlangte ich dann noch die eine und andere Info, wobei auch hier durchaus nicht immer alles beantwortet werden wollte und konnte.

Im Sommer 2011 habe ich schließlich noch ein paar Bibliotheken in Litauen besucht, was nochmals jede Menge Informationen mit sich brachte.

@ Jan: Einen 20-Minuten-Takt kann die Eisenbahn in Litauen nicht unbedingt aufweisen (obwohl, zur richtigen Tageszeit kann im Abschnitt Vilnius-Kaisiadorys einiges geboten sein), aber das Seltene kann durchaus mehr Anreiz bieten, wie der Überfluss.  Zwinkernd

Viele Grüße,
Klaus
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