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Autor Thema: 2011 03 10 Was nicht in den Nachrichten erscheint - Hungerstreik in Vilnius  (Gelesen 1198 mal)
micha506
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« am: 11. März 2011, 12:53:22 »

Am Parlament in Vilnius sitzen einige Leute im Hungerstreik als Protest gegen politische Entscheidungen der Regierung besonders gegen das Kleingewerbe, ich war am Abend des 10.03.2011 mit der Kamera dort: http://tinyurl.com/665lrml
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Katrina
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« Antworten #1 am: 11. März 2011, 15:51:17 »

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Niekada nežinosime kiek galime nuveikti, jei nepabandysime!

über mich: http://forum.litauen-info.de/index.php?topic=793.msg6548#msg6548
micha506
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« Antworten #2 am: 11. März 2011, 16:42:41 »

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Das weiß ich nicht genau, wieviel, 4 hatte ich am Abend dort gesehen.
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Marek
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sunset in Palanga


« Antworten #3 am: 11. März 2011, 18:37:51 »

Das politisches Leben ist ziemlich rar in Litauen! Schade!
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Dein "Ja" sei wahr und rein,
Und wahr und rein dein "Nein".
                                               Baba Mezia, 49a
micha506
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« Antworten #4 am: 12. März 2011, 12:31:54 »

Das politisches Leben ist ziemlich rar in Litauen! Schade!

Na ab und zu passiert schon etwas, aber es ist ja ein kleines Land, es gab einmal 3,5 Millionen Menschen in Litauen, 500.000 sind seit dem Beitritt zur EU ausgewandert. Die Regierung hat ziemlich große Angst vor Protesten, siehe Rentnerdemo 2010

(http://www.litauen-forum.de/index.php/topic,1390.0.html),

wo eine Pferdestaffel der Polizei patrouillierte und ein Teil der Pferde hatte gar ein Visier gegen die Krückstöcke der Rentner. Das Parlament wird bei Demos weiträumig abgesperrt und Polizeieinsatzkräfte überall. Dazu kommt, dass die Vorinformation sehr rar ist, gestern z.B. gab es noch eine Demo von Skinheads mit Gegendemo für Toleranz. Bilder bei Delfi zeigen auch hier den Polzeieinsatz:

http://www.delfi.lt/news/daily/lithuania/article.php?id=43017377,

leider gab es vorher keine Info darüber und dann danach auch nur in Litauisch. Wenn ich etwas vorher erfahre, mache ich mich, insofern möglich, auf den Weg. Aber es ist schon recht wenig, das stimmt, die Möglichkeit, etwas zu verändern ist sehr gering. Ob etwas bei dem Protest durch Hungerstreik heraus kommt ist sehr fraglich. Was ich erfahren werde, berichte ich hier.
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Krisai
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« Antworten #5 am: 14. März 2011, 11:26:32 »

Na ja, die drei Millionen scheinen mir auch noch hoch gegriffen zu sein.
Gestern Bekannte getroffen, Vater, Mutter drei erwachsene Kinder. Vater in Norwegen, Tochter 1 in Frankreich, Tochter 2 in Schottland, Mutter huetet mit Tochter 3 (hat zwei kinder) das Haus in Kretinga, Ehemann in Daenemark. Das ist die Realitaet hier, von 650Litas kann Niemand leben.

Aber ich meine gehoert zu haben, dass in Vilnius Politische Demonstrationen mit mehr als 9 Personen ohne vorherige Anmeldung verboten sind. Auch gewerkschaftliche (Protest-)Aktionen werden in kleinen Gruppen abgehalten um die Anmeldungspflicht zu umgehen.

Der Wahlkmapf fuer die Kommunalwahlen lief ja auch sehr auf Sparflamme, Volksnahe Politiker sind kaum zu sehen.


Naja,
gute Zeit
Krisai
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Katrina
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« Antworten #6 am: 15. März 2011, 00:01:57 »

Offiziell 3.2 Mio Einwohner.... Alle die, die noch in Litauen registriert sind, aber (vorübergehend?) woanders wohnen, gelten noch als Einwohner...
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micha506
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« Antworten #7 am: 15. März 2011, 08:52:36 »

.....
Aber ich meine gehoert zu haben, dass in Vilnius Politische Demonstrationen mit mehr als 9 Personen ohne vorherige Anmeldung verboten sind. Auch gewerkschaftliche (Protest-)Aktionen werden in kleinen Gruppen abgehalten um die Anmeldungspflicht zu umgehen.

..........


Naja,
gute Zeit
Krisai

[/quote]

Ja, richtig, es werden somit Minidemos von Gewerkschaften abgehalten, an mehreren Orten mit jeweils 9 Teilnehmern. Die Regierung gibt oft keine Zustimmung zu richtigen Demos, aus irgendwelchen Gründen und, was dazu kommt, der der die Demo anmeldet muss für Schäden zahlen, d.h. wenn es dabei zu irgendwelchen Zwischenfällen kommt, wie im Winter 2009, dann zahlt für alle kaputten Fenster etc. zum Beispiel die Gewerkschaft, die das angemeldet hat, falls nicht der direkte Steinwerfer gefasst wurde. Das kann schnell mal in die 100.000de gehen. Das schreckt natürlich viele ab.
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micha506
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« Antworten #8 am: 17. März 2011, 07:54:34 »

Hier noch ein Link zu der Demo der Skinheads am 11.03:

http://www.baltische-rundschau.eu/2011/03/16/skinheads-passen-nicht-ins-tolerante-litauen/?utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter&utm_campaign=Feed%3A+BaltischeRundschau+%28Baltische+Rundschau%29
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micha506
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« Antworten #9 am: 19. März 2011, 08:12:45 »

Noch ein Hinweis, heute, am 19.03.2011 11.00 veranstaltet die Gewerkschaft "Solidarumas" eine Demo in Vilnius, trotz Kälte und Schneetreiben bin ich mit der kamera dabei, mal sehen, was das wird.....
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micha506
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« Antworten #10 am: 19. März 2011, 15:19:49 »

Hier die Fotos von der Protestdemo am 19.03.2011:

http://tinyurl.com/5wt99yn

War absolut friedlich, interessant war wieder das große Polizeiaufgebot mit Pferdestaffel, die Pferde hatten auch wieder ein Visier auf  Grinsend
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Jan
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Delpeda


« Antworten #11 am: 19. März 2011, 22:33:43 »

Wow, Pferde mit Visier - hab ich noch nie gesehen.

Aber worum es da ging, ist mir nicht ganz klar. Auf den Plakaten ist ja so einiges drauf, ein Rundumschlag quasi.
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Das Bessere ist der Feind des Guten. (Voltaire)
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micha506
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« Antworten #12 am: 20. März 2011, 10:00:14 »

Wow, Pferde mit Visier - hab ich noch nie gesehen.

Aber worum es da ging, ist mir nicht ganz klar. Auf den Plakaten ist ja so einiges drauf, ein Rundumschlag quasi.

Ja, es ging gegen soziale Ungerechtigkeit, die finanzielle Belastung der Bevölkerung ist schon sehr hoch, sehr hohe (im Vergleich zum Durchschnittseinkommen) Heiz- und Stromkosten, hohe Sozialabgaben bei kleinen Renten und vieles mehr wirken in der Bevölkerung und auf der Gegenseite Politiker, die sich die Taschen voll hauen. Es kommt imer noch viel Geld aus Europa, nicht mehr so viel, wie noch bis vor 2 Jahren, was eigentlich die Kriese hier begründet hatte aber immer noch sind 50% des BIP Gelder aus Brüssel. Die natürlich bei der breiten Masse nicht ankommen aber dazu führen, dass hier Autos fahren, wie man es aus deutschen Großstädten nicht kennt. (eine Auswahl gibt es hier: http://tinyurl.com/49w6swt). Hinzu kommt die riesige Verschwendung von EU Geldern, ein Stadion der Extraklasse ist halb fertig und bleibt als Bauruine stehen, das wieder aufgebaute Stadtschloß verschlang viele Millionen Euro und steht nicht fertig mit Bauzaun drum rum und so weiter. Und was wird getan, um Geld zu sparen, es werden die Renten gekürzt. Das ist einfach, weil die Renter ja nix tun können dagegen. Nun will man das Kleingewerbe abzocken, das sind meistens kleine Stände in Märkten wie Gerunai, wo man irgend was verkauft und vom Erlös gerade so leben kann, denen soll durch die Einführung der Kassen ein Teil weggenommen werden. Bisher hatten die eine jährliche Pauschale gezahlt und waren dann steuerfrei, das ist der Regierung zu wenig. Und es gibt noch viele Beispiele, die ein Litauer noch besser erklären könnte, der den Unmut der Bevölkerung beschreibt und die Angst der Regierung, ihr System zu verlieren zeigt sich im Polizeiaufgebot, das hier schon heftig ist.
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