...also: Der König-Wilhelm-Kanal diente doch hauptsächlich dem Holztransport.
Damit das russische Holz nicht Strömungen oder widrigen Winden an der Windenburger Ecke ausgesetzt war, vertäute man es zu Flössen und schaffte es den Kanal hinauf bis Memel.
Der Bildausschitt zeigt ganz unten rechts im Bild die Schleusse zum Memeler Hafen, direkt südlich der Kairiu-Gatve.
Wenn man nun zB. von oben guckt (Wikimapia, earth usw....), sieht man, daß schon hunderte Meter weiter im Süden diese 4 Gräben/Nebenkanäle vom Kanal abzweigen.
Das ganze System von oben betrachtet erinnert an einen Verschiebe- oder Güterbahnhof.
Kurz vor der Schleusse und dem Hafen haben diese Neben-Kanäle wieder Anschluss an den Hauptkanal.
Ergo:
Das Ganze ist ein Abstellgleis für Baumstämme, ein Parkplatz sozusagen.Man darf nicht vergessen, daß die Gefahr einer Havarie durch Baumstämme im Hafen damals zu gross gewesen wäre, da ein Grossteil der Schiffsrümpfe zur damaligen Zeit ebenfalls aus Holz bestand.
Ebenso hätten zahlreiche Flösse im Hafengebiet die Manövrierfähigkeit der schwerfälligen Frachtsegler empfindlich eingeschränkt.
Just-in-time-Lieferung war damals noch nicht machbar und die Flösse, die schon an der Schleusse waren, aber deren Schiff noch nicht da war, hätten den Kanal für nachfolgende Lieferungen blockiert.
So konnte man das Floß des Händlers X im 1. Kanal parken, das des Händlers Y im 2. usw....
Wenn die Frachtschiffe dann bereit zur Aufnahme der Holzfracht waren, wurden die entsprechenden Stämme
kurzerhand in den Hauptkanal und durch die Schleusse in den Hafen gestakt und direkt verfrachtet.
So, das ist das, was ich dazu meine.
Iki und Logistik war schon damals eine echte Herausforderung,
M.
