„LABAS“ an alle hier im Forum. Ich heiße Martin, bin Anfang 40 und wohne im schönen kurhessischen Bergland i.d. Nähe von Kassel. Schon seit einiger Zeit verfolge ich täglich die Beiträge in diesem Forum. Ein großes Kompliment gilt v.a. Zesa, Lijana + Katrina dafür, dass sie mit viel Einsatz dieses Forum managen und mit immer neuen Infos lebendig erhalten. Mein Interesse an Litauen wächst so von Tag zu Tag. Anfang Oktober 2007 war es dann endlich so weit. Meine Frau und ich unternahmen unsere erste Lt.-Reise (nach Klaipeda und Umgebung). Sogar der Flug mit der Dash 8 war für sich schon ein Erlebnis, es ist aber alles gut gegangen.

In Palanga sicher gelandet, großes Erstaunen über kleinen Flughafen (alles nedirba).

Hoffentlich können die Litauer ihren Küstenairport retten (kas naujo?). Habe kürzlich sogar erfahren, dass die Eingeborenen dieser Gegend mittlerweile über Liepaja (Lv.) einfliegen (müssen). Am nächsten Tag (Sonntag) haben wir uns gleich früh auf die Socken gemacht und sind von Klaipeda auf die Nehrung übergesetzt. Kaum mit beiden Füssen an Land, werden wir auch schon gleich von einem kleinen Pimpf freundlich auf Deutsch angesprochen, und das, obwohl wir bemüht waren, nicht „aufzufallen“.

Übrigens war wohl an diesem sonnigen und warmen Tag (es sollte leider der sonnigste und wärmste bleiben), halb Klaipeda mit Kind, Kegel, Oma + Opa unterwegs zur Süderspitze und zum Strand. Merkwürdig kamen uns nur die Snacks der Litauer vor, die sie in Klarsichttüten mit sich führten und auch genüsslich darauf herumknabberten – geräucherte Schweineohren!

Da lob ich mir als echter Nordhesse und Junge vom Lande doch unsere viel gerühmte „Rote Wurst“(hat man als Notration immer mitzuführen, wenn man in die Fremde verreist). Nach einiger Zeit in der Schlange vor dem Delfinarium habe ich mit meinen Kauderwelschbuch-Kenntnissen schließlich bei dem ebenso hübschen wie freundlichen Kassen-Mädel (und sie war seeeehr freundlich...S)

je 2 Karten für die Delfinshow und das Juru Muziejus gelöst. Nähere Auskünfte konnte Sie mir dann aber auch in Englisch geben. Die Show selbst war natürlich gut besucht, dauerte über eine Stunde und Schwarzmeerdelfine und Seelöwen drehten richtig auf. Die Besucher in der 1.Reihe mussten ihr Interesse allerdings mit nassen Klamotten bezahlen, so daß von dort immer wieder Rufe der freudigen Überraschung lautstark zu vernehmen waren.

Nachdem das Spectaculum beendet war, sind wir rüber in die olle Kasematte von Preußens. Die Pinguine am Eingang hatten sich leider aus irgendeinem Grund verkrümelt, wir also nix wie rein. Was soll ich sagen – wir waren platt!

Super Innenarchitektur! So eine tolle Gestaltung hatten wir dem alten Gemäuer gar nicht zugetraut. Das Museum selbst hat internationales Niveau, viele tolle Aquarien und braucht sich hinter z.B. Sea-life nicht zu verstecken. Nach langer Zeit im Orcus der Katakomben gelüstete es uns endlich nach Sonne, frischer Luft und was zu mampfen. Beim Rundgang auf den Wällen des alten Forts (super Ausblick auf die Skyline von Klaipeda) kam uns gleich ein junger Ehemann entgegen, der, leicht desorientiert, aber gestützt von seiner treu sorgenden Ehefrau und seinem sichtlich erfreuten Schwiegervater, unter den gestrengen Blicken der nicht minder erfreuten Schwiegermutter schließlich die rettende Sitzbank erreichte. Er hatte ganz offensichtlich (leere Flasche in der Hand) seinen Bedarf an Wodka neu ausgelotet, aber wahrscheinlich aufgrund irgendeines undefinierbaren Koordinierungsproblems erst damit aufhören können, als der „point of no return“ schon überschritten war.

Wie schön ist doch so ein Sonntagsausflug!

Zurück im Städel hatten meine „ beste Ehefrau von allen“ und ich jetzt aber ganz schön Kohldampf und so blieben wir im „Petit Marseille“ hängen , wo wir noch draußen sitzen konnten.

Ich bestellte auf litauisch - und um die Sache dann doch irgendwie abzukürzen, wechselte die Bedienung voller Mitgefühl in der Stimme und eigentlich für mich völlig, völlig unerwartet, ins Englische über (ich wollte doch mein litauisch anwenden)! Na, so was!!!

Wie sich dann herausstellte, hatte sie über drei Jahre in London gearbeitet. Die folgende Konversation mit dieser Perle von Servicekraft (übrigens schon wieder überaus freundlich…)

brachte meine Englischkurs-Kenntnisse von vor 25 Jahren dann aber ganz schön in den Grenzbereich. Aber man ist ja schließlich im Urlaub und nicht zum Vergnügen hier!

Das anrollende, superleckere Essen und ein „didele“, frisch gezapftes Svyturys ekstra versöhnten mich jedoch alsbald wieder mit der Welt.

So, das war unser 1.Tag in Litauen. Ich hoffe, der Bericht hat Euch gefallen und zum Schmunzeln gebracht, nur weiß ich leider (nach so vielen Beiträgen hier im Forum) immer noch nicht, wo ich dieses leckere Schlummifix bei uns herbekommen kann. Vielleicht sollte man mal über eine Sammelbestellung direkt bei der Brauerei in Klaipeda nachdenken. „This times, draugai bus gerai“ (wie in dem Lied).

Denn wie heißt es so schön… GERIAUSIA, KA TURIME …und das stimmt…
Iki, euer Martynas